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Wie Sie die Angst vor grossen IT-Projekten verlieren

Geposted von Stephanie Weiss am 29.09.2016 10:33:48

 

Damit komplexe IT-Vorhaben nicht aus dem Ruder laufen, sollten Sie in Sachen Projektmanagement grundsätzlich umdenken. CEO Patrick Walgis im Interview. 

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Wenn es um grössere IT-Projekte geht, raufen sich viele die Haare. Denn nicht selten kommt es zu Zeitverzögerungen, Kostenüberschreitungen und Nutzeneinbussen. Dies bestätigt eine Studie von Mc Kinsey. Patrick Walgis, CEO der Chili Solutions GmbH spricht im Interview über seine Erfahrungen und zeigt Wege aus diesem Dilemma auf.

 

Herr Walgis, Sie sind schon seit über 20 Jahren als IT-Spezialist in der Branche tätig. Welche Qualitäten muss ein IT-Projektmanager aufweisen, um erfolgreich zu sein?

Ideal ist, wenn er über fundiertes Fachwissen verfügt. Fast wichtiger aber ist, dass er die Business Prozesse versteht und mit Menschen umgehen kann. Beim Fachwissen können wir abwägen: handelt es sich um ein technisch komplexes Projekt, so muss das Knowhow da sein. Bei einer Standardapplikation, wie einer Website ist das jedoch nicht nötig. Das kann ein erfahrener Projektmanager übernehmen, der beispielsweise Vorwissen in Marketing und Kommunikation hat. Wenn es aber tief in die Programmierung reingeht, muss IT-Wissen da sein.

 

Wie kann man verhindern, dass die Zeit und die Kosten aus dem Ruder laufen?

Seit einiger Zeit hat sich die agile Projektmethode etabliert. Mit dieser Vorgehensweise hat man viel schneller etwas, das der Kunde anschauen und ausprobieren kann. Dadurch wird das Ganze berechenbarer, weil man früher erkennt, wenn man in die falsche Richtung rennt. Weil der User fortlaufend etwas sieht, ist er am Schluss nicht so überrascht. So können Kosten, Geld und Nerven gespart werden. Früher war das extrem, weil der Kunde erst nach Monaten oder Jahren die Lösung zu Gesicht bekam. Heute kann man schon nach wenigen Wochen etwas zeigen.

 

Wie funktioniert das agile Projektmanagement?

Es handelt sich um einen sogenannten Iterationsprozess. Im Zwei-Wochen Rhythmus erscheint ein neues Update, das der Kunde sehen und testen kann. So reduziert man das Risiko, am Schluss nachbessern zu müssen. In regelmässigen Sitzungen legt man gemeinsam fest, was in die nächste zweiwöchige Version reinkommt. Der Austausch ist so viel intensiver und man liefert schneller. Dadurch ist man im ständigen Kontakt mit dem Kunden, um auf seine Wünsche und Feedbacks einzugehen. Das ist auch anstrengend. Die Vorteile überwiegen aber, weil man in kürzeren Iterationen vorgeht und dadurch am Schluss weniger Überraschungen und einen zufriedenen Kunden hat.

 

Seit wann wendet chili diese Methode an?

Seit etwa drei Jahren. Wir haben erkannt, dass das in der Branche ein Trend war und bei anderen zum Erfolg führte. Wir gehen aber nicht bei allen Projekten so vor. Wenn die Spezifikationen von Anfang an klar sind, kommt das herkömmliche Projektmanagement zum Einsatz.

 

Welches war das erste Projekt, das Sie so realisiert haben?

Das war ein Projekt im Datenerfassungs- und Datenauswertungsbereich. Die agile Methode hat sich angeboten, weil das Produkt in der ersten Version bereits bestanden hat und es kundenseitig viele Ideen gab. Wir hatten ein Monatsbudget, das wir verbrauchen konnten. Dies bot zusätzlich viel Flexibilität.

 


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Themen: Digitale Transformation, Digitalisierung, Projektmanagement, Agile Softwareentwicklung